BMW 1 Series

BMW 1er gebraucht aus den USA importieren

In den USA war der BMW 1er nie ein Kompakt-Fuenftuerer, sondern ein kompaktes Coupe und Cabrio mit laengs eingebautem Reihensechszylinder und Hinterradantrieb. Genau diese Kombination macht die amerikanischen Modelle fuer Enthusiasten so reizvoll, denn der 135i gilt als einer der letzten kleinen BMW mit klassischem Sechszylinder-Turbokonzept. Auf dem US-Markt sind diese Fahrzeuge deutlich haeufiger anzutreffen als in Europa.

BMW 1er – Gebrauchtwagen aus den USA
Foto: Vauxford · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons

Baujahre, Generationen, wichtige Änderungen

Fuer den nordamerikanischen Markt wurde der 1er ab 2008 ausschliesslich als Coupe (Werkscode E82) und Cabriolet (E88) angeboten. Die in Europa verbreiteten Drei- und Fuenftuerer-Schraegheckversionen (E81/E87) kamen dort nie in den Handel. Bis rund 2013 lief diese Baureihe, danach uebernahm das 2er Coupe (F22) die Nachfolge. Ueber die Bauzeit gab es Detailaenderungen an Motoren und Ausstattung, das Grundkonzept mit Standardantrieb blieb jedoch erhalten. Als Sondermodell erschien der seltene 1M mit breiterer Spur und Sechszylinder-Turbo.

Was unter der Haube steckt

Der 128i nutzt den frei saugenden 3,0-Liter-Reihensechszylinder (N52) mit rund 230 PS. Das begehrte Topmodell 135i startete mit dem Twin-Turbo-Sechszylinder N54 (rund 300 PS) und wurde spaeter auf den Single-Turbo N55 umgestellt. Beide Motoren treiben die Hinterachse an. Zur Wahl standen ein praezises Sechsgang-Schaltgetriebe sowie eine Sechsgang-Automatik; beim 135i war zeitweise das Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe (DCT) erhaeltlich. Der N54 gilt als extrem tuningfreudig, was viele US-Fahrzeuge betrifft.

Ausstattungslinien und Varianten

Angeboten wurden Coupe und Cabrio jeweils als 128i und 135i. US-typisch sind Pakete wie das Sport-Paket, das Premium-Paket mit Ledersitzen und das M-Sportpaket. Haeufig verbaut sind Xenonlicht, Sitzheizung, Schiebedach (beim Coupe) und Harman-Kardon-Sound. Da viele Fahrzeuge von Enthusiasten bewegt wurden, finden sich sowohl seriennahe Exemplare als auch stark modifizierte Autos.

Der US-Gebrauchtmarkt

Der US-Gebrauchtmarkt bietet eine solide Auswahl an 128i und 135i, schwerpunktmaessig aus den Baujahren 2008 bis 2013. Laufleistungen bewegen sich je nach Alter zwischen 80.000 und 200.000 Kilometern. Fahrzeuge aus trockenen Regionen sind meist rostfrei. Beim 135i lohnt besondere Aufmerksamkeit, da viele Exemplare leistungsgesteigert wurden und intensiv gefahren sind.

Lohnt sich der Import für Sie?

Der Import lohnt vor allem fuer Fans kompakter Heckantriebs-BMW mit Sechszylinder. Wer ein handschalt-getriebenes 135i Coupe oder ein gepflegtes Cabrio sucht, findet in den USA oft die passendere Konfiguration. Auch als Basis fuer ein langfristiges Liebhaberfahrzeug ist der US-1er interessant.

Technische Daten und Kennwerte

FahrzeugklasseKompaktes Coupe / Cabrio
US-Modelle128i, 135i (E82 Coupe, E88 Cabrio)
Bauzeitca. 2008-2013
Motoren3,0 R6 (N52); 3,0 R6 Turbo (N54/N55)
Leistungca. 230 PS (128i) / 300 PS (135i)
Getriebe6-Gang manuell, 6-Gang Automatik, 7-Gang DCT
AntriebHinterradantrieb
Laengeca. 4,36 m
Breiteca. 1,75 m
Leergewichtca. 1.480-1.610 kg
0-100 km/hca. 5,3 s (135i) / 6,6 s (128i)
Hoechstgeschwindigkeitca. 250 km/h (abgeregelt)
Kofferraumca. 370 l (Coupe)
Tankinhaltca. 53 l
HerstellungslandDeutschland (Leipzig)

Wie zuverlässig ist das Modell?

Der N54 im 135i ist leistungsstark, gilt aber als wartungsintensiv: Hochdruckpumpe (HPFP), Injektoren, Ladedruck-Magnetventile (Wastegate) und Kurbelgehaeuseentlueftung sind bekannte Schwachpunkte. Der N55 entschaerft manches, kann aber Kettenspanner- und Ventildeckelthemen zeigen. Der N52 im 128i ist robuster, neigt jedoch zu Oelundichtigkeiten an Ventildeckel- und Oelfiltergehaeusedichtung sowie Kunststoff-Kuehlmittelteilen. Bei allen Versionen sollten Fahrwerkslager und die elektrische Wasserpumpe im Blick behalten werden.

Unterschiede USA und Europa

US-Fahrzeuge fahren mit Meilentacho, abweichenden Stossfaengern mit zusaetzlichen Seitenmarkierungsleuchten und teils gelb blinkenden Positionsleuchten. Die Beleuchtung muss fuer die deutsche Zulassung angepasst werden. Motorisch entsprechen die US-Aggregate den europaeischen weitgehend, sodass die Teileversorgung unkompliziert ist. Der 1M und der US-135i teilen viel Technik mit europaeischen Pendants.

So läuft der Import ab

Zunaechst waehlen Sie das Fahrzeug anhand von Unterlagen und Fotos aus. Es folgt der VIN- und Ursprungscheck samt Historienabfrage. Der Kaufpreis wird ueber Treuhand abgesichert, danach organisieren wir den Seetransport. Im Zielhafen erfolgt die Verzollung, anschliessend TUV beziehungsweise Einzelabnahme nach Paragraf 21 StVZO und zuletzt die Zulassung.

Einfuhrzoll, EUSt und Nebenkosten

Wichtig: Der Zollsatz hängt vom Herstellungsort ab; erst der VIN-Nachweis sichert den 0-%-Satz. Unabhängig davon gelten 19 % Einfuhrumsatzsteuer.

Der 1er fuer den US-Markt wurde in Deutschland (Leipzig) gefertigt. Da der reduzierte 0-Prozent-Satz nach VO (EU) 2026/1455 und 2026/1461 nur fuer nachweisbar in den USA gebaute Fahrzeuge gilt, ist er beim in Europa produzierten 1er in der Regel nicht anwendbar; es faellt der regulaere Einfuhrzoll fuer Pkw je nach Herstellungsort an. Unabhaengig davon wird stets die Einfuhrumsatzsteuer von 19 Prozent faellig. Dazu kommen Transport-, Hafen- und Abwicklungskosten sowie TUV-Gebuehren. USCar Trader tritt ausschliesslich als Vermittler auf und berechnet keine Fahrzeugmarge.

Von der Umrüstung bis zur Zulassung

Fuer die Einzelabnahme sind meist europataugliche Blinker und Rueckleuchten, eine Nebelschlussleuchte sowie eine korrekte Scheinwerfereinstellung erforderlich. Der Meilentacho wird umgestellt oder ergaenzt. Nach bestandener Pruefung erhalten Sie die Unterlagen fuer die Zulassungsstelle.

Checkliste für den US-Kauf

  • VIN pruefen und Historie (Carfax/AutoCheck) einholen
  • Titelstatus verifizieren (Clean Title statt Salvage)
  • Bei 135i auf Tuning, Software und gefahrene Rennstreckenhistorie achten
  • HPFP, Injektoren und Ladedruckregelung pruefen lassen
  • Rost am Unterboden und Unfallspuren kontrollieren
  • Wartungsbelege, Kettenspanner und Kuehlsystem beachten

Das fragen Käufer am häufigsten

Gab es den US-1er als Fuenftuerer?

Nein, in den USA wurde der 1er nur als Coupe (E82) und Cabrio (E88) verkauft, nicht als Schraegheck.

Ist der 135i mit N54 problematisch?

Der N54 ist stark, aber wartungsintensiv. Mit gepflegter Historie und intakter Hochdruckpumpe ist er alltagstauglich.

Faellt der 0-Prozent-Zoll an?

Der US-1er stammt aus Leipzig. Der reduzierte Satz gilt nur bei nachweisbarem US-Ursprung und greift hier in der Regel nicht.

Manuell oder Automatik?

Enthusiasten bevorzugen das Sechsgang-Schaltgetriebe. Das DCT im 135i ist schnell, aber seltener und teurer im Service.

Wie steht es um Ersatzteile?

Die Teileversorgung ist dank Gleichteilen mit europaeischen BMW sehr gut.

Wie hoch ist der Verbrauch?

Realistisch sind rund 9 bis 12 Liter beim 128i und 10 bis 14 Liter beim 135i je nach Fahrweise.

Muss die Einfuhrumsatzsteuer immer bezahlt werden?

Ja, die 19 Prozent Einfuhrumsatzsteuer fallen unabhaengig vom Zollsatz stets an.

Wie lange dauert der gesamte Import?

Von Kauf bis Zulassung sind meist acht bis vierzehn Wochen einzuplanen.

Weitere Fahrzeuge zeigt BMW im Carhub. Passend sind auch das BMW 2er als Nachfolger, der BMW Z4 und das BMW M2 Coupe. Sehen Sie sich die aktuelle 1er Angebote an.